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Presse    >    Pressemeldungen    >    1. September 2009

Lebensmitteleinzelhandel wächst im 1. Halbjahr 2009 moderat um 1,3%, im Juli zeigt sich deutliches Plus.

• Preisniveau dämpft die Umsätze, aber Mengenplus im 2. Quartal
•Anteil der Diskonter Hofer und Lidl stagniert erstmals
•Drogeriewaren wachsen stärker als das Lebensmittel
• Eigenmarken: Konsumverhalten durch Krise nicht dramatisch verändert

Wien, 1. September 2009 --- Seit Beginn des Jahres haben sich die großteils preisbedingten starken Zuwächse aus dem Vorjahr  (2008: +4,2%) deutlich abgeflacht. So wuchs der  österreichische Lebensmittelhandel im ersten Halbjahr 2009 nominell um moderate 1,3%.  Nach starken Steigerungen im Jänner haben sich die Wachstumsraten (mit Ausnahme der verschobenen Osterperiode) bis zur Mitte des Jahres abgeflacht. Dies zeigen die laufenden Nielsen Erhebungen im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel.

Deutliches Plus im Juli 2009
Im Juli jedoch zeigt sich quer über alle Organisationen ein deutliches Wachstum von über 4 %, welches sich vor allem in den österreichischen Tourismusregionen bemerkbar macht. „ Das Plus hat mehrere Ursachen, es sieht es so aus, als ob der Lebensmittehandel vom Trend zum Selber Kochen bzw. auch vom Urlaub zu Hause profitiert. Das durchwachsene Sommerwetter im Juli hatte jedenfalls keinen negativen Einfluss auf den Lebensmittelhandel.“ Interpretiert Mag. Dorothea Hagenauer-Stattmann, Director Retailer Services, Nielsen Österreich, die erfreulichen Juli Ergebnisse im Lebensmittelhandel.

Preisniveau dämpft die Umsätze, aber Mengenplus im 2. Quartal
Nach deutlichen rohstoffbedingten Steigerungen des Preisniveaus 2007/2008, die das Wachstum grossteils getragen hatten, hat dieser Effekt am Beginn des Jahres in vielen Warengruppen (etwa bei Molkereiprodukten und Obst und Gemüse) deutlich nachgelassen. Das erklärt das schwächere Wachstum. So lag die Inflation im Vergleichzeitraum mit 0,7 %, im Juni 2008 wies diese mit -0,1% sogar erstmals auf ein sinkendes Preisniveau hin.

Der für den Lebensmittelhandel als Gradmesser wichtigere Verbraucherpreis-Index für Nahrungsmittel und Getränke lag mit 1,4 % ebenfalls deutlich unter dem Wert des vergangenen Jahres (2008: + 6,3 %).

Mag. Dorothea Hagenauer-Stattmann kommentiert dabei die Situation:
„Betrachten wir nicht nur die Umsatz, sondern auch die Mengenentwicklung, so beobachten wir erstmalig seit 2007 in Österreich ein leichtes Plus. Insgesamt ist das Wachstum im zweiten Quartal 2009 auf einen Zuwachs in der Menge zurückzuführen. Diese Entwicklung ist nicht auf Österreich beschränkt, sondern läßt sich auch in anderen Ländern beobachten. Sprich die Auswirkungen der Krise sind im Lebensmittelhandel noch nicht spürbar.“

Anteil der Diskonter Hofer und Lidl stagniert erstmals
Bei der Betrachtung der Diskonter Hofer und Lidl gibt es im Vergleich zur Entwicklung des Vorjahres einen Trendbruch. Wuchsen die beiden Billiganbieter bisher immer deutlich kräftiger als der restliche Lebensmittelhandel, so zeigten sie im ersten Halbjahr mit einem Plus von 1,1% erstmals eine schwächere Entwicklung. Der Anteil der beiden Diskonter (Umsätze geschätzt) blieb daher stabil auf dem Vorjahresniveau von 23,2%.

Drogeriewaren wachsen stärker als Lebensmittel
Innerhalb der von Nielsen regelmäßig erhobenen Warengruppen wuchs der Bereich Lebensmittel („Food“ exkl. Frische) im auflaufenden Jahr mit +1,3% und damit konform zum Gesamtmarkt-wachstum. Die Kategorien Alkoholische Getränke, Convenience und Heißgetränke sowie Grundnahrung und Süßwaren waren dabei für einen Großteil des Wachstums verantwortlich.

Der Bereich der Drogeriewaren konnte im gleichen Zeitraum +4,2% also deutlich stärker zulegen. Die stärksten Umsatzsteigerungen gab es in den Bereichen Putzen/Reinigen, Papier/Hygiene, sowie bei Körperpflege und im Heimtierbereich.

Konsumverhalten durch Krise nicht dramatisch verändert -
bei Eigenmarken setzt sich der langfristige Trend fort

Im auflaufenden Jahr entwickeln sich Eigenmarken des Handels weiterhin dynamischer als der Gesamtumsatz, das Wachstum hat sich aber auch hier deutlich eingebremst.

„Der erwartete große Sprung der Eigenmarken aufgrund eines veränderten Konsumverhaltens ist ausgeblieben. Die Dynamik, die wir beobachten, schließt an den langfristigen Trend der letzten Jahre an. Der Auslöser dafür ist nicht eine durch die Krise hervorgerufene Änderung im Kaufverhalten. Wir beobachten im Gegenteil, dass Konsumenten speziell in unsicheren Zeiten nach vertrauten Marken suchen, bei denen das Produktversprechen gehalten wird. Dazu gehören auch professionell vermarktete Eigenmarken, die vom Konsumenten als eigenständige und innovative Markenpersönlichkeiten wahrgenommen werden.“ Interpretiert Mag. Hagenauer-Stattmann die Entwicklung.

Stärkere Promotiontätigkeit vor allen bei Lebensmitteln
Insgesamt werden über 28,5 % aller Food und Drug Artikel im Lebensmittelhandel unter Promotionsbedingungen verkauft. Speziell in den von den Preissteigerungen des letzten Jahres stark betroffenen Lebensmittel-kategorien war eine deutlich verstärkte Promotiontätigkeit spürbar. „Wir beobachteten speziell bei Lebensmitteln und hier v.a. bei Molkereiprodukten, Grundnahrung und Reformwaren ein deutliches Plus bei den aktionierten Produkten. Bei Drogeriewaren hingegen war der Promotion-Anteil stabil.“ Erläutert Mag. Dorothea Hagenauer-Stattmann die Ergebnisse.

Die Abbildung zur Presseaussendung finden Sie HIER.


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